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Färbungen 2018

2018 war ein recht ergiebiges Jahr, was die Pflanzenfärberei angeht. Noch in keinem Jahr habe ich so viele verschiedene Färbungen gemacht, wie in diesem.

Ich färbe vorwiegend auf Mittelaltermärkten, doch dieses Jahr habe ich mir eine kleine Färbeküche zuhause eingerichtet: Eine einfach Induktions-Herdplatte, ein Emaille-Topf mit 14 Litern Fassungsvermögen zum Beizen und zwei Edelstahltöpfe der selben Größe für zweierlei Färbungen. Hinzu kommt eine Wäscheleine unter dem Vordach des Holzlagers – es regnet nicht hin und die Wolle kann wunderbar trocknen. Einfach, simpel und kostengünstig. Gut, große Mengen an Wolle oder Stoff kann man damit nicht färben, aber das ist auch gar nicht mein Ziel – jedenfalls vorerst nicht.

Dadurch konnte ich in diesem Jahr erstmals auch Färbungen testen, die sich auf Märkten durch die begrenzten technischen Mittel nur schwer oder mit mäßigen Ergebnissen durchführen lassen. So konnte ich eine wunderschön karminrote Krappfärbung erreichen, nachdem ich in meiner heimischen, mit einer Temperaturkontrolle ausgestatteten Färbeküche recht einfach für konstante 65°C sorgen konnte. Außerdem habe ich meinen ersten Färbeversuch mit Indigo gestartet. Das Indigo-Pulver lag schon eine ganze Weile hier herum, aber da einer Indigo-Küpe mit chemischen Mitteln der Sauerstoff entzogen wird oder mittels Fermentierung – was unglaublich stinkt – ist sie für Märkte durch erhebliche Geruchsbelästigung und/oder ein Entsorgungsproblem die Restflotte betreffend nur bedingt geeignet. Ich wollte mich jedenfalls nicht daran wagen. Zuhause jedoch sind meine Möglichkeiten ganz andere, und so habe ich 2018 endlich meine erste Indigo-Färbung gemacht – mit tollen Ergebnissen!

Im Laufe der Zeit möchte ich euch hier meine verschiedenen Färbungen und die Rezepte dazu in einzelnen Beiträgen vorstellen. Außerdem soll ein Beitrag zur Geschichte der Pflanzenfärbung und einer zur grundlegenden Technik entstehen. Für’s Erste möchte ich Euch aber erstmal einen kurzen Blick auf die Färbungen des nun bald vergangenen Jahres geben.

Gelbe Zwiebelschalen mit Eisensulfat nachentwickelt auf mit Alaun und Weinstein vorgebeizter Wolle
Walnussschalen – nämlich die grünen Hüllen, in denen sich dann die eigentliche Nuss befindet – heiß gefärbt auf mit Alaun und Weinstein vorgebeizter Wolle
Schilfblütenfärbung mit Schilfblüten aus dem letzten Jahr (tiefgefroren nach recht später Ernte, daher wurde die Wolle zartgelb anstatt grün) auf mit Alaun und Weinstein vorgebeizter Wolle
Sandelholz auf mit Alaun und Weinstein vorgebeizter Wolle
Krappwurzel in Pulverform heißgefärbt unter konstanten 65°C auf mit Alaun und Weinstein vorgebeizter Wolle
Indigofärbung mittels Entfärber-Küpe auf mit Alaun und Weinstein vorgebeizter Wolle
Goldrute frisch geerntet auf mit Alaun und Weinstein vorgebeizter Wolle
Reseda (Färberwau) auf mit Alaun und Weinstein vorgebeizter Wolle

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