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Kosmetik selbstgemacht

Gestern habe ich mich endlich mal wieder ans Kosmetika Rühren gewagt. Schon vor ein paar Jahren habe ich mir eine Handcreme selbst gemacht, und seitdem diese leer ist, möchte ich eigentlich eine neue zusammenrühren. Leider fehlte mir bisher die Zeit und die Muße dazu…

Doch gestern war es dann endlich soweit: Ich hatte Zeit, ich hatte die nötigen Ingredienzien vorrätig und Lust zum Rühren hatte ich auch! Also habe ich mich gleich an mehrere Rezepte gewagt, die ich Euch heute vorstellen möchte.

Zuerst habe ich mich an meine geliebte Handcreme gemacht. Ich liebe diese Creme: moussige Konsistenz, zieht schnell ein, hinterlässt ein herrlich weiches und gepflegtes Gefühl und duftet zart nach Zitrone. Die hellgrüne Farbe ist dem Hanföl zu verdanken.

Das Rezept habe ich aus Petra Doleschaleks „Kosmetik selbst gemacht“ – ein tolles Buch mit herrlichen Rezepten, das auch die Grundlagen der Kosmetik-Herstellung super erklärt.

Für die Herstellung braucht Ihr folgendes:

1. FETTPHASE:

  • 3 g Lamecreme
  • 1 g Cetylalkohol
  • 6 g Sheabutter
  • 10 g Hanföl

Alle Zutaten der Fettphase, die trockenen zuerst, werden in ein feuerfestes Becherglas abgewogen. Dann in das heiße Wasserbad oder direkt auf den Herd gestellt. Sobald es geschmolzen ist zur Seite stellen.

2. WASSERPHASE:

  • 25 g Aloe-vera-Wasser oder destilliertes Wasser (ich habe Aloe-vera-Saft verwendet)

Separat die Flüssigkeit erwärmen, beide Bechergläser nun vom Herd nehmen.

Das erwärmte Wasser in die warme Fettphase gießen. Mit einem kleinen Mixer (ich verwende einen Milchaufschäumer) kräftig schlagen, bis eine weiße sahnige Creme entsteht (evtl. im kalten Wasserbad).

3. WIRKSTOFFPHASE:

  • 10 Tr. D-Panthenol
  • 10 Tr. Aloe vera 10-fach
  • 5 Tr. äth. Zitronenöl

Die Wirkstoffe nun einzeln in die lauwarme Creme rühren (mit dem Mixer oder dem Spatel/Glasstab), mit dem Zitronenöl beduften.

4. KONSERVIERUNG:

  • 6 Tr. Paraben K oder 1,5 g Alkohol (ich verwende gerne auch mal beides)

Die Konservierung im Anschluss an die Wirkstoffe und das Zitronenöl einrühren, in ein Döschen füllen – fertig.

Das Rezept ergibt etwa 70 ml Creme. Ich habe sie in eine Aluminiumdose gefüllt, die 100 ml fasst. Die Creme hält sich einige Wochen, allerdings lieber eine kleine Menge machen und schnell verbrauchen. Die Öle und Fette werden sonst schnell ranzig und die Wirkstoffe gehen verloren.

Schon als ich zum ersten Mal obige Handcreme zusammengerührt habe, wollte ich mir einen Lippenpflegestift nach diesem Rezept machen. Leider hatte ich damals keine Zeit, mich darin zu versuchen, aber dieses Mal wollte ich unbedingt den Versuch wagen.

Also hatte ich Leerhülsen und Silikon-Gussformen für Lippenstifte gekauft (beides ist in gut sortierten Online-Shops für Kosmetik-Rohstoffe zu bekommen, zum Beispiel bei alexmo cosmetics) und sogar Perlglanz-Pigmente und Lebensmittel-Aroma (vanille), um den Pflegestift mit Duft und Farbe versehen zu können. Und hier nun das Rezept:

PHASE 1:

  • 2 g Bienenwachs
  • 3 g Kakaobutter
  • 7 g Macadamianussöl
  • 3 g Sheabutter

Bienenwachs, Kakaobutter und Öl sanft miteinander im Wasserbad verschmelzen, vom Herd nehmen und dann erst die Sheabutter dazugeben.

PHASE 2:

  • evtl. 2 Msp. Perlglanzpigment
  • 3 Tr. Lebensmittelaroma (ich habe Butter-Vanille verwendet)

Wenn die erste Phase geschmolzen und ein wenig abgekühlt ist, Perlglanzpigment und Lebensmittelaroma dazugeben und in die Silikonformen eingießen.

Diese werden dann zum Aushärten kurz in den Gefrierschrank gestellt. Anschließend den Stift aus der Silikonform schälen und in die Stifthülsen stecken. Fertig.

Die Konsistenz des Stiftes ist sehr wichtig, damit er seine Form behält und trotzdem angenehm auf den Lippen ist. Dazu kannst Du einen Tropfen der 1. Phase auf einen kalten Löffel geben und aushärten lassen. Teste, ob die Konsistenz so passt. Ist die Masse zu fest, gib noch etwas Öl hinzu. Ist sie zu weich, kannst Du noch ein paar Bienenwachs-Blättchen hinzugeben und auflösen.

Das Rezept ergibt eigentlich zwei Pflegestifte laut Angabe, allerdings hätte es bei meinen Silikonformen für vier gereicht. Also habe ich die restliche Masse in ein kleines Schraubglas gefüllt. Bei mir sind die Stifte sehr weich, was für ein tolles Pflegegefühl beim Auftragen sorgt, aber leider auch eine Aufbewahrung im Kühlschrank nötig macht. Fazit – im Zweifel nicht mit Bienenwachs sparen.

Diese reichhaltige Tagescreme stand als nächstes auf meiner Liste. Die Überschrift des Rezepts lautet „leichte Tagescreme für trockene Haut, ca. 50 ml“. Tatsächlich finde ich die Creme aber relativ schwer und auch stark rückfettend, weshalb ich sie eher als Nachtcreme verwenden werde. Und was die Menge der Masse angeht – nach Füllen meines 50 ml Tiegelglases hatte ich noch genug übrig, um ein weiteres 50 ml Schraubglas fast bis zur Hälfte zu Füllen. Das Rezept reicht ergibt also grob geschätzt wohl eher 70 ml.

Und hier nun das Rezept:

1. FETTPHASE:

  • 3 g Lamecreme
  • 1 g Cetyalkohol
  • 8 g Avocadoöl (ich habe raffiniertes verwendet, da es zum einen nicht so grün ist und zum anderen nicht so schnell ranzig wird)
  • 5 g Weizenkeimöl
  • 5 g Kakaobutter

Alle Rohstoffe der Fettphase erwärmen (im Becherglas oder im Schraubglas im Wasserbad) und schmelzen.

2. WASSERPHASE:

  • 30 g Aloe-vera-Wasser
  • 1 Msp. Urea (= 0,4 g)
  • 1 Msp. Allantoin (= 0,3 g)

In einem anderen Becherglas die Rohstoffe der Wasserphase erwärmen und unter ständigem Rühren in die warme Fettphase geben. Ca. 1 Minute kräftig mixen.

In ein kaltes Wasserbad stellen und weiterrühren.

3. WIRKSTOFFPHASE:

  • 7 Tr. D-Panthenol
  • 10 Tr. Aloe vera 10-fach
  • 10 Tr. Gurkenextrakt
  • 5 Tr. Vitamin A
  • 5 Tr. Vitamin E
  • 4 Tr. Parfumöl nach Wahl (ich habe ein Seifenöl mit Vanilleduft verwendet)

In die handwarme Creme nun die Wirkstoffe einzeln unterrühren.

4. KONSERVIERUNG:

  • 6 Tr. Paraben K oder
  • 1,3 g Weingeist oder kosmetisches Basiswasser

Die Konservierung zuletzt unterrühren, in ein Tiegelglas oder einen Spender füllen, fertig.

Die Konsistenz dieser Creme ist herrlich moussig-weich und sie duftet durch das Vanilleöl wie ein Creme-Dessert! Einfach herrlich!

Auch ein Anti-Falten-/Anti-Müdigkeit-Augengel habe ich mir gestern noch hergestellt sowie eine „Königstigersalbe“ bei Erkältung, Rheuma und Muskelschmerzen.

Doch dazu will ich Euch morgen noch etwas schreiben, bevor der Post aus allen Nähten platzt. Im morgigen Post gibt es dann auch Infos zu Materialen und Rohstoff-Bezugsquellen.

In diesem Sinne: Bis morgen!

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