BuJo,  Schreibkunst

Mein neues Travel Journal

Ich reise furchtbar gern!

Doch als Single ist es oft schwer, einen Reisepartner zu finden. Ich bin 35, die meisten meiner Freunde haben bereits Familie und fahren natürlich mit ihren Lieben in Urlaub. Und als Frau allein reisen? Das habe ich mich bisher nie getraut…

Doch 2019 wird sich das ändern! Ich habe ein neues Auto, einen VW Caddy, in dessen Kofferraum wunderbar die Matratze meines Mittelalter-Betts passt. Der Wagen ist erst 3 Jahre alt und äußerst zuverlässig. Und ich habe beschlossen, mich zu trauen!
Und so geht es also in den Faschingsferien 2019 los! Nach Ostfriesland soll es gehen, mit dem Auto, die Nächte werde ich spontan auf Campingplätzen verbringen – ohne Hotelbuchung, ohne Zwänge. Momentan stecke ich noch mitten in der Planung, und da ich ein ausgesprochener Bullet Journal Fan bin und alles – egal ob Privates, Arbeit oder Hobbies – in Bullet Journal-Form organisiere, habe ich beschlossen, mir ein „Travel Journal“ aufzusetzen. Und das will ich Euch heute zeigen.

Zuerst habe ich mir ein Leuchtturm1917 bestellt. Alle meine Bullet Journals haben dieses Format. Ich habe anfangs verschiedenes ausprobiert und muss sagen, ich lande immer wieder bei einem Leuchtturm1917 A5 dotted Hardcover. In diesem Format bringe ich meine Layouts einfach am besten unter und es passt sogar noch in meinen Roter Faden Ledereinband! Auch wenn man fairerweise dazusagen muss, dass meine Layouts sich wohl auch zu einem gewissen Grad dem Format angepasst haben im Laufe der Zeit und deshalb so gut passen. Und dass ein Softcover deutlich besser in den Ledereinband passen würde, aber das Hardcover kann ich auch mal einfach so in die Handtasche packen, wenn ich nur eines meiner Bullet Journals brauche. (Meistens habe ich mindestens zwei dabei: „Privates“ und „Arbeit“, oft auch noch „Mittelalter“, „Asatru“ und neuerdings eben auch „Travel“…)

Die Entscheidung viel schließlich auf das Leuchtturm 1917 A5 dotted Hardcover in Kupfer mit seinen 251 Seiten – es soll ja mehr als eine Reise Platz finden – und einer praktischen Einstecktasche auf der hinteren Umschlagseite.
Und damit ich nicht jedes Mal erst nach einem Stift suchen muss, bzw. nicht immer mein ganzes Federmäppchen mitschleppen muss, habe ich mir noch die farblich passende Stiftschlaufe zum Einkleben mitbestellt.

Die Wahl viel deshalb auf Kupfer, weil mich die Farbe an herrliche Sonnenuntergänge denken lässt, und das schien mir irgendwie passend. Für Arbeit oder Alltag war mir diese Farbe immer zu extravagant – ich mag es eigentlich immer eher schlicht und simpel – aber ich finde den Kupfer-Metallic-Ton einfach wahnsinn und für ein Travel Journal schien es mir endlich passend.

Zwei Tage später war das gute Stück im Briefkasten und es konnte losgehen. Ich hatte mir zuvor ein paar Anregungen im www geholt und eine kleine Liste erstellt, was ich alles in mein Travel Journal mit aufnehmen möchte. Ein Travel Journal ist ja nun etwas ganz anderes, als ein Bullet Journal. Es braucht eigentlich kein Calendex, keine tägliche, flexibel handlebare Terminplanung. Dafür bedarf es einiger Collections, die bei einem herkömmlichen BuJo vielleicht interessant sein können, aber eigentlich nicht gebraucht werden. Hier also meine vorab Liste:

Travel Journal

general collections

  • Index
  • Karte – wo ich schon war
  • Bucket List – wo ich noch hin will
  • generelle Packliste (Dinge, die auf jede Reise mitmüssen)
  • Ferienübersicht 2019
  • Übersicht über Reiseausgaben des Gesamtjahres (Säulendiagramm)

für jede Reise individuell

  • Reiseplanung (Reiseziel, Unterkunft, Budget, was will ich sehen?,…)
  • individuelle Packliste (Klamotten im Detail, Extras,…)
  • Reiseroute
  • Reservierungen, etc.
  • Vocabulary
  • Tagebuch-Teil
    • Tag X (Texteintrag)
    • Memories (Fotos, etc.)
    • Ticket Seite
  • Facts (Kosten, gefahrene km, etc.)
  • Highlights (Fotos, Text, etc.)

 

Soweit die Planung. Nun ging es an die Umsetzung. Also ran an den Esszimmertisch und los ging’s. Bewaffnet mit meinen treuen Tombow Dual Brush Pens, bei denen sich mittlerweile eine ganz schöne Farbpalette angesammelt hat, den Staedtler Pigment Linern 0,05, 0,2 und 0,3 und meinem geliebten Tombow Fudenosuke, einem Bleistift, einem Lineal, einem Radiergummi, einem Klebestift und einer Tasse Cappuccino machte ich mich an die Arbeit.

Ich liebe es, neue Bullet Journals aufzusetzen! Es ist November, und das bedeutet, dass ich ohnehin schon langsam anfange, mein Bullet Journal für 2019 aufzusetzen. Doch diesmal darf ich gleich zwei neue Journals vorbereiten – und das Spannendste ist immer, eine komplett neue Planung und Einteilung zu erarbeiten.
Am Ende sieht mein TraJo nun so aus:

Wie gesagt – ich habe mehrere Bullet Journals für verschiedene Bereiche meines Alltags. Deshalb schreibe ich auf die erste Seite immer in großen Lettern, worum es in diesem Journal geht.

Noch ein Grund, wieso ich das Leuchtturm 1917 so liebe: Der Index ist immer schon integriert. Vor allem bei einem Reiseblog scheint es mir wichtig, den Index zuverlässig zu führen, um Erinnerungen und Facts später schnell zur Hand zu haben.

Wie man sieht bin ich noch nicht sooo viel rumgekommen. Aber ich arbeite dran! Ich hatte zuerst überlegt, die Karte von Hand zu zeichnen bzw. durchzupausen, aber da auf dieser Seite die Landesgrenzen doch ganz praktisch und vermutlich die absolute Hölle zum Einzeichnen sind, habe ich mich für einen Ausdruck entschieden. Die verschiedenen Farben dienen hier nur der Abwechslung.

Da auf dieser Seite die Genauigkeit nicht so wichtig ist – schließlich sind die Reiseziele beschriftet – habe ich hier dann doch selbst gezeichnet. Worunter die Genauigkeit natürlich deutlich gelitten hat. Meine früheren Erdkundelehrer mögen es mir verzeihen… Ihr seht, ich habe noch einiges vor! Natürlich werde ich das nicht alles 2019 machen können. Aber Irland oder Island habe ich durchaus im kommenden Jahr noch auf dem Schirm. Mal sehen, ob das klappt… Das Schöne an dieser Seite finde ich, dass man sie im nächsten Jahr wieder übertragen, geschaffte Ziele abhaken und in einer neuen Karte wieder neue Ziele aufnehmen kann. Eine klassische Bucket List eben.

Ich vergesse immer irgendetwas. Deshalb habe ich selbst in meinem Alltags-BuJo schon seit langem einen Packing-Spread – eine Liste mit allem, was man in jedem Urlaub braucht. Gut, wie Ihr seht habe ich hier auch Wanderstiefel und Badesachen mit aufgenommen, die man wohl nicht immer braucht – aber es gibt ja immer auch die Möglichkeit, einfach was wegzulassen. Besser, als es zu brauchen und vergessen zu haben, oder? Ich liebe meine „general packing list“ in meinem Alltags-BuJo, und deshalb durfte sie natürlich in einem TraJo erst recht nicht fehlen. Ich plane für jede Reise zusätzlich eine individuelle Packing List, in der diverse Extras stehen werden, die nur für diese spezielle Reise relevant sind. Eventuell folgt auch noch eine „general list“ für die Camping-Reisen, damit ich Dinge wie Campingstuhl und -tisch und Wasserkocher nicht vergesse…

Ich bin Lehrerin – die bayerischen Ferien sind für mich in puncto Reisen also von essentieller Wichtigkeit, da ich nur in den Schulferien wegfahren kann. Deshalb musste diese Seite natürlich unbedingt rein. Weil ich auch eine Übersicht haben wollte, wieviel Zeit mir noch zum Planen und Vorbereiten bleibt, habe ich nicht nur eine einfache Liste gewählt, sondern auf das Calendex-Format meines BuJos zurückgegriffen. Auf die Art kann ich Deadlines für die Vorbereitungen, zum Beispiel Pässe oder Visa, die beantragt werden müssen, ebenfalls eintragen und behalte immer den Überblick.

Ich bin kein Millionär – folglich ist es mir wichtig, die Ausgaben meiner Reisen gering zu halten und einen Überblick zu behalten, wieviel Geld ich über’s Jahr in Urlaube gesteckt habe. Außerdem plane ich sowohl Reisen mit fester Unterkunft wie Hotel oder Pension, als auch solche, bei denen ich die Nächte auf Campingplätzen im Caddy verbringe. Mich interessiert, auf welche Art ich letztlich tatsächlich am kostengünstigsten reise. Daher habe ich diesen Spread mit aufgenommen. Am Ende jeder Reise werde ich hier eine Säule einzeichnen, welche die Gesamtausgaben darstellt. Wenn ich das möchte, kann ich in die Säule selbst mit eintragen, wieviel was gekostet hat: Unterkunft, Verpflegung, Eintritte, Tanken/Flug/Bahn, etc. Allerdings plane ich, das in der „Facts“-Seite der jeweiligen Reise detailliert aufzuschlüsseln – in sofern sollte das gar nicht mehr nötig sein. Vermutlich werde ich lediglich die Seite im TraJo eintragen, auf der sich die dazugehörige Facts-Seite befindet.

Last but not least: Die TraJo-Check Liste! Damit ich nicht immer meine provisorische Liste, die ich während der TraJo-Planung erstellt habe, mitschleifen muss, wollte ich die geplanten Spreads für jede Reise in einer Übersicht im TraJo zur Hand haben. Selbstverständlich müssen nicht immer alle Spreads auch tatsächlich Anwendung finden. Bei einem Citytrip beispielsweise dürfte der „Reiseroute“-Spread ziemlich überflüssig sein. Bei meinem geplanten Trip zu den ostfriesischen Inseln widerrum kann er recht praktisch sein. Dafür kann ich da wohl auf den „Vocabulary“-Spread gut verzichten. Möglicherweise wird für die Budgetplanung ein extra Spread notwendig werden, vor allem bei längeren Reisen und entfernteren Zielen. Aber das ist ja doch genau das Schöne am Bullet Journaling – grenzenlose Flexibilität und Anpassungsfähigkeit!

Ich jedenfalls freue mich schon darauf, meine erste Alleinreise in meinem neuen TraJo zu planen und zu dokumentieren!

Habt Ihr noch Ideen, was meinem TraJo fehlt? Dann schreibt mir in den Kommentaren 🙂

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