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Wandern in der Ramsau

Diesen Sommer war ich in Ramsau am Dachstein, Österreich. Reisezeit war Anfang September, Reisedauer waren fünf Tage.

Ramsau am Dachstein ist ein wundervolles Wandergebiet, das Touren für alle Leistungsklassen bietet: Von blutigem Anfänger – worunter ich mich mal zählen würde – bis hin zu Profi- und Hochtouren.

Höchste Erhebung im Dachsteingebirge ist der Dachstein selbst mit 2.995 Metern Gipfelhöhe. Ramsau am Dachstein ist ein beschaulicher Ort am Fuße des Dachsteingletschers.

Diesmal war ich mit meinen Eltern unterwegs, beide große Wanderfans, wenn auch ungeübt, genau wie ich. Insofern waren wir uns über die Wahl der Touren immer schnell einig. Untergebracht waren wir in einem hübschen Familienhotel mit Bio-Bauernhof und Sterneküche mit Produkten aus eigener Herstellung.
Nun sind fünf Tage nicht viel, um ein Wandergebiet zur Gänze zu erkunden und das Wetter war auch meist bewölkt oder gar von Regen geplagt, sodass wir nicht halb so viel mit Rucksack und Wanderstiefeln unterwegs waren, wie wir es gern gewesen wären. Aber okay, immerhin zwei Tage waren schönstes oder zumindest gutes Wanderwetter, und so machten wir uns auf den Weg.

Die erste Tour war weniger eine Wandertour als Sightseeing – schließlich ist der Dachsteingletscher DIE Sehenswürdigkeit in der Ramsau. Also Tickets gebucht für die Seilbahn zum Gletscher und los ging’s. Die Großraumgondel brachte uns in fünf Minuten hoch auf die Aussichtsplattform in 2.700 Metern Höhe. Gesehen haben wir zunächst wenig, weshalb wir uns dann ob der fehlenden Aussicht aufgrund massiver Nebelschwaden auf den Weg über den Gletscher Richtung Südwandhütte gemacht haben. Eine ganz neue Erfahrung mit Wanderstöcken und (Gott sei Dank) wasserdichten Stiefeln im Hochsommer durch Schnee und Eis zu stapfen. Das hat etwas Surreales – zumindest für uns Newbies. Dennoch, kristallklare türkisblaue Wasserrinnsale, tiefschwarze Erde und Spalten in die Tiefe, die zum Glück gut gekennzeichnet sind, damit man als einfache und unerfahrene Wandersfrau nicht versehentlich hineinfallen kann – das hat man nun auch nicht alle Tage.

Zwar haben wir es nicht bis zur Hütte geschafft, da man die Bahn im Voraus buchen muss – auch die Rückfahrt ins Tal – und wir nicht ganz so flott unterwegs waren, wie gehofft, aber ein Kaffee und eine Breze haben uns darüber hinweg getröstet. Abgesehen davon ist die Seilbahnstation mit einer umlaufenden Freiplattform ausgestattet, die einen absolut herrlichen Blick ins Tal und auf das umgebende Bergpanorama bietet. Und – was ein Glück! – der Nebel hatte sich inzwischen gelichtet, sodass wir auch tatsächlich etwas von der Aussicht genießen konnten.
Nach der Talfahrt mit der Gondel haben wir dann noch an einer idyllischen Berghütte halt gemacht, um ein kühles Radler zu trinken und die Kühe auf der Weide zu beobachten.

Am nächsten Tag war unser erklärtes Ziel die Planai. Die Planai ist der Hausberg von Schladming, einem Städtchen etwa 20 Minuten von Ramsau am Dachstein entfernt. Auch dort waren wir bequem unterwegs und sind mit der Seilbahn hoch gefahren. Auf der Planai angekommen bieten sich dem Wanderer mehrere Möglichkeiten: Die leichte Gipfelwanderung, der ebenfalls leichte Panoramarundweg oder auch die etwas anspruchsvollere Wanderung zum Gipfel des Krahbergzinken auf 2.134 Metern. Da die Planai am Gipfel aber schon 1.894 Meter misst und wir wie gesagt eher ungeübte Wanderer sind, haben wir uns für den Panoramarundweg entschieden – und das hat sich gelohnt! Eine wunderschöne Aussicht rund über das gesamte Bergpanorama der Ramsau begleitete uns 45 Minuten lang, und am Ende der Tour gingen wir doch noch zum Gipfel hoch, wo sich der Dachstein gegenüber dann auch endlich mal aus seiner tagelangen Wolkenhülle geschält hat. Schließlich kehrten wir bei Germknödel und Brotzeitplatte noch im Planaihof mit seiner wunderschönen Bergterrasse ein, bevor es mit der Bahn wieder ins Tal ging.

Zwar konnten wir die fünf Tage wandertechnisch nicht so nutzen, wie wir uns das gewünscht hätten, aber dennoch war es eine herrliche Auszeit vom grauen Alltag. Und die Ramsau hat auch bei Regenwetter einiges zu bieten, vor allem, wenn man ein gutes Hotel hat: Saunalandschaft, Wellnessangebote, den „Lodenwalker“ in unmittelbarer Nähe und generell ist Ramsau am Dachstein ein beschauliches kleines Örtchen, in dem man selbst bei Regenwetter den ein oder anderen gemütlichen Spaziergang machen kann – und sei es nur, um die Drehorte der „Bergretter“ mal live und in Farbe zu sehen.

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